Sicherheit durch Überwachung – Schorsch Bleichenbacher

„Stört es Sie nicht auch, dass unsere schöne Schweiz durch kriminelle Ausländer, Sozialhilfeschmarotzer und Terroristen überflutet wird? Jugendliche die am Bahnhof kiffen, die ganzen unsäglichen Obdachlosen die ihrer Alkoholsucht im Stadtpark fröhnen und seit ein paar Jahren jetzt auch noch die ganzen afrikanischen Wirtschaftsflüchtlinge, die den Terror in unser Land zu tragen veruchen!

Seit jeher geht unser Land den Bach runter: Seien es nun Ausländer oder Arbeitnehmer, die sich erdreisten sich in Gewerkschaften zu organisieren anstatt uns Unternehmern einfach dankbar dafür zu sein, dass wir ihnen das allernötigste zum Leben (und keinen Rappen mehr) im Austausch gegen Arbeitskraft und Lebenszeit in den Rachen stopfen.

Ich meine: Klar, auch ich habe verstanden, dass die Flüchtlinge bzw. deren Völkerwanderung vor allem ein Ergebnis des westlichen Militärbündnisses NATO sind, weil dieses unter amerikanischer Führung die Heimatländer dieser Menschen in die Steinzeit zurück bomben.

Aber mal ganz ehrlich, die wirtschaftliche Stärke dieser Welt konzentriert sich auf einige wenige Regionen dieser Welt. Jeglicher technischer Fortschritt wird schliesslich zum Grossteil in Europa und Nordamerika produziert. Und für die Wirtschaft in unserer Eidgenossenschaft und damit für den Wohlstand aller besser gestellten Schweizer Bürger ist dieser technische Fortschritt unverzichtbar.
Ich persönlich kann schliesslich auch nichts dafür, wenn dieser technische Fortschritt so unglaublich ressourcenintensiv ist. Und wenn Gott das kostbare Öl bei den Arabern (diese Terroristen!) und die seltenen Erden bei den Negern vergraben hat, so haben die amerikanischen NATO-Armeen doch das gottgegebene Recht diese Ressourcen für den Schutz der eigenen Bevölkerung in eigenen Besitz zu bringen.

Schliesslich wird Deutschland, gemäss dem ehemaligen Deutschen Verteidigungsminister Peter Struck, am Hindukusch verteidigt und auch die Vereinigten Staaten von Amerika mussten sich seit 2001 im Nahen Osten gegen die unsäglichen Aggressionen von Syrien mit ihren Chemiebomben oder Saddam Hussein aus dem Irak mit seinen Massenvernichtungswaffen verteidigen.

Zum Schutz der westlichen Bevölkerung, deren Menschenleben pro Person mindestens 1000 tote syrische Kinder wert sind, müssen wir also den technischen Fortschritt gegen diese Barbaren aus Asien, Afrika und Arabien um jeden Preis aufrecht erhalten.
Verstehen Sie mich nicht falsch, diese Steinzeitmenschen haben niemals die militärische Stärke überhaupt in ein westliches Land einzumarschieren, jedoch sind wir wohlstandsverwöhnte westliche Nationen keine solchen Überlebenskünstler. Wir müssen also unseren Wohlstand gewaltsam gegen die Dritte Welt sichern, da wir ziemlich schnell in Anarchie versinken würden wenn unsere Luxusgüter nicht mehr so effizient produziert werden könnten.

Anstatt den Ländern der Dritten Welt also faire Preise für ihre extrem wertvollen Mineralien zu bezahlen und ihre Ernährungssicherheit, durch die Schwächung ihrer Landwirtschaft durch einseitige Freihandelsabkommen, zu gefährden, werden wir ihre Länder weiterhin bombardieren um billig an ihre Bodenschätze zu kommen.

Schliesslich sind wir nicht daran schuld wenn zum Beispiel die Menschen im Nahen Osten verhungern, anstatt eine funktionierende Wirtschaft unter täglicher Bombardierung aufzubauen.
Wir haben es dank dem westlichen Betrug an den Ländern der Dritten Welt schliesslich auch geschafft eine funktionierende Wirtschaft aufzubauen. Und tolle Nebeneffekte gibt es auch noch: Alle aus dem Raster fallenden Arbeitskräfte werden auf Kosten der Arbeitnehmer vom Staat versorgt, während wir Unternehmer mit unseren juristischen Personen immer weniger Steuern auf unsere Gewinne bezahlen müssen.

Alles was wir jetzt noch tun müssen ist es unsere Grenzen zu schliessen um die Menschen ausgebeuteter Nationen von unserem Reichtum fernzuhalten.

Um dieses Ziel noch effektiver zu erreichen und um mittelfristig die Kritik aus dem eigenen Land verstummen zu lassen haben wir nun eine weitere tolle Idee: Um unbequeme Bürger effizient loszuwerden haben wir vor ein paar Jahren den sogenannten Fürsorglichen Freiheitsentzug entwickelt, damit wir Querulanten nun als psychisch gestört abstempeln und einsperren dürfen.
Als nächstes haben wir die Fürsorgebehörden zur KESB (Kindes- und Erwachsenen-Schutz-Behörde) professionalisiert um die Kinder in unserem Land vor der linken, ausländerfreundlichen Propaganda ihrer Eltern zu beschützen.

Und jetzt haben wir wieder einen extrem sinnvollen intelektuellen Erguss gehabt um unseren Bürgern mehr Sicherheit für die freiwillige Aufgabe ihrer Freiheit zu verkaufen: Die Massenüberwachung!

Was die Amerikaner können um Terroristen von ihrem Land fernzuhalten können wir schliesslich auch. Die französischen Geheimdienste sind schliesslich auch extrem erfolgreich bei der Terrorabwehr: Nur eine Hand voll Anschläge durch Extremisten hat es dort in den letzten paar Jahren gegeben!

Dieses Erfolgsmodell müssen wir nun unbedingt in die Schweiz holen! Denn es kann nicht sein, dass es in der Schweiz bisher keine Anschläge gegeben hat weil unsere Armee nicht Mitglied der NATO ist und daher keinen Angriffskrieg gegen die Heimatländer der Extremisten führt. Das ist unmöglich! Deshalb müssen wir nun die Massenüberwachung einführen, bevor das Glück uns verlässt und die Schweiz zum neuen Bagdad wird.

Als nächstes streben wir dann die NATO-Mitgliedschaft an, damit unsere Rekruten bei der Schweizer Armee auch mal am lebendigen Objekt das Töten lernen dürfen.
Denn schliesslich sind nur tote Einwohner ölreicher Regionen keine potentiellen Terroristen!“

— Offener Brief an das Volk zur Lage der Nation von Schorsch Bleichenbacher, Sicherheitspolitiker und bezahlter Wirtschaftslobbyist vom 14.09.2016 —

 

Quellen:
Beitragsbild: www.pixabay.com

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